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NSCLC

Patientenzentrierte Therapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom

Individuelle Therapie in jedem Stadium des NSCLC
  • Tecentriq® 1875 mg Injektionslösung
  • Tecentriq® 840 mg/1200 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Alecensa® 150 mg Hartkapseln
  • Rozlytrek® 100 mg/200 mg Hartkapseln

Die Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) ist herausfordernd – dabei ist es von Beginn an entscheidend, genau hinzusehen, um den Patienten die für sie am besten geeignete Therapiestrategie anbieten zu können. Hier finden Sie detaillierte Anhaltspunkte für Ihre Therapieentscheidung beim metastasierten oder lokal fortgeschrittenen NSCLC – für Ihre Patienten mit Treiberalteration und zur Krankheitskontrolle nach Resektion.

Medizinische Anfrage
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Häufig, aber gut behandelbar

Lungenkrebs ist in Deutschland bei Männern die zweithäufigste und bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung.1 Im Rahmen der Diagnostik wird zunächst histologisch abgeklärt, ob es sich um ein kleinzelliges oder nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom handelt (SCLC bzw. NSCLC). Außerdem wird das NSCLC mithilfe der TNM-Klassifikation aufgrund seiner Größe, Ausdehnung, Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten und des Auftretens von Fernmetastasen in verschiedene Stadien eingeteilt. Während nicht-kleinzellige Lungenkarzinome der Stadien I bis IIIA als operabel gelten, ist ab Stadium IIIA4 und B eine Operation im Allgemeinen nicht mehr möglich. Tumoren der Stadien III bzw. IV werden als lokal fortgeschrittene bzw. metastasierte Tumoren bezeichnet.2,3

 

Ausführliche Informationen zur Diagnostik des NSCLC finden Sie in der S3-Leitlinie2 sowie der Onkopedia Leitlinie3.

„Wir sehen beim Lungenkarzinom auch im Stadium der Metastasierung die Möglichkeit, aus einer sehr bedrohlichen Krankheit eine chronische Erkrankung zu machen – durch gutes und langes Therapieansprechen bei guter Lebensqualität“, bewertet Prof. Dr. med. Christian Schulz, Leiter des Lungenkrebszentrums und Oberarzt der Inneren Medizin II des Universitätsklinikums Regensburg, die aktuelle Lage für Patienten mit NSCLC in Deutschland. Zweifellos steigen die Überlebenschancen, je früher die Erkrankung entdeckt wird. Die Früherkennung bleibt jedoch eine Herausforderung: mehr als 50 % der Patienten werden im metastasierten Stadium diagnostiziert.2,3

 

Eine deutliche Verbesserung der Prognose trotz später Diagnose für diese Patienten im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium (mNSCLC) wurde mit der Zulassung der Checkpoint-Inhibitoren und der Etablierung der Krebsimmuntherapie (KIT) möglich - als Kombinations- oder Monotherapie einsetzbar – sodass Patienten individuell profitieren können.2,3

Therapie nach Maß

Gemäß der Leitlinien-Empfehlungen steht die Kombination aus platinbasierter Chemotherapie und Immuntherapie für alle Patienten zur Verfügung, denen diese Therapie zuzumuten ist.2,3 Darüber hinaus besteht die Option einer Mono-Immuntherapie. Zu einer bestmöglichen individuellen Therapieentscheidung können dabei das Alter, der Allgemeinzustand und/oder Komorbiditäten miteinbezogen werden. Ob die Patienten eher für die gut verträgliche Option der Mono-Immuntherapie in Frage kommen, wird in der Mehrheit der Fälle anhand der PD-L1-Expression auf Tumorzellen (TC) oder Tumor-infiltrierenden Immunzellen (IC) entschieden.2,3

Jeder, der optimierte Therapieentscheidungen treffen möchte, ist aufgefordert, diese Informationen einzuholen: Das bedeutet, den Kontakt zu seinem Pathologen zu suchen und die Informationen zum PD-L1-Status einzufordern – sowohl auf den Tumor- als auch auf den tumorinfiltrierenden Immunzellen, so Prof. Dr. med. Schulz.

Auch die Lokalisation von Fernmetastasen oder das Versagen einer vorangegangenen Präzisionstherapie mit Tyrosinkinase Inhibitoren (TKI) können bei der Therapieentscheidung ins Gewicht fallen. Mittlerweile kann in diesen Fällen Krebsimmuntherapie verträglich und effektiv eingesetzt werden.2,3 Mit diesen unterschiedlichen Therapieoptionen wird den NSCLC-Patienten entsprechend der vielfältigen Grundvoraussetzungen, die sie mitbringen, eine nahezu maßgeschneiderte Behandlung ermöglicht.

TTF-1-negative Patienten Pemetrexed-frei behandeln

Neben PD-L1 gibt es einen weiteren therapieweisenden Marker beim metastasierten Lungenkarzinom: den Thyroid Transcription Factor 1 (TTF-1). Nach der aktuellen Onkopedia Leitlinie ist die fehlende Expression von TTF-1 ein negativer prädiktiver Faktor für Pemetrexed, weshalb alternative Behandlungen für diese etwa 20–25 % der NSCLC-Patienten erwogen werden sollten.3 Denn wie retrospektive Daten zeigen, sprechen TTF-1-negative Patienten auf Therapieregime mit diesem Chemotherapeutikum schlecht an.4 Auch für diese Gruppe von Patienten stehen hocheffektive und zugleich verträgliche Chemo-Immuntherapie-Kombinationen zur Verfügung, die der Zulassung nach Pemetrexed-frei sind. Aktuell laufen prospektive Untersuchungen.5

 

Mehr zur Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie lesen Sie hier

 

Diese Faktoren sind für eine KIT entscheidend2,3

  • Patientencharakteristika wie Alter, Komorbiditäten, ECOG Performance Status  

  • PD-L1-Expression auf TC ≥ 50% oder IC ≥ 10%

  • TTF-1-Status

  • Fehlen therapierbarer onkogener Treiberalterationen 

  • Vorangegangene Präzisionstherapie z. B. TKI

 

Trotz vollständiger Tumorresektion entwickeln bis zu 55 % der Patienten mit operablem NSCLC ein Rezidiv. Hauptursache sind verbliebene Mikrometastasen, die später zu einem Rückfall führen können. Das Gesamtüberleben sinkt mit zunehmendem Stadium für die Betroffenen auch nach kurativ-intendierter Operation.6 „Viele Jahre hatten wir nur die adjuvante Chemotherapie. Damit konnten wir das Überleben aber nicht sehr stark verbessern“, gibt Prof. Wolfgang Schütte, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Krankenhaus Martha-Maria, Halle-Dölau, zu bedenken. 

 

Mittlerweile kann im kurativen Setting nach vollständiger Resektion als Ergänzung zur platinhaltigen Chemotherapie die adjuvante Immuntherapie zur Senkung des Rezidivrisikos beitragen.2,3

Es gibt bei vielen Patienten noch Mikrometastasen, die das Potenzial haben, zu einem Rezidiv zu führen. Diese zu eradizieren, ist die wichtige Aufgabe der adjuvanten Immuntherapie, konstatiert Schütte. 

Damit erhöht sich die Chance auf eine chronifizierte Erkrankung bzw. langes krankheitsfreies Leben signifikant.3,7

Das Potenzial der KIT nach OP

  • Elimination verbliebener Tumorzellen

  • Senkung des Rückfallrisikos

  • Verlängerung des krankheitsfreien Überlebens – Chronifizierung der Erkrankung

  • Hohe Chance auf langfristige Tumorkontrolle sowie potenziell bessere Chancen auf Heilung

  • Therapieentscheidung berücksichtigt unter anderem PD-L1-Expression, Tumorstadium und molekulare Expression

Genau hinsehen, präzise therapieren

Bei etwa 45 % der NSCLC-Patienten wird der Krebs durch eine molekulare Veränderung angetrieben.8 Beim treiberalterierten fortgeschrittenen NSCLC eröffnet allem voran die Testung die Möglichkeit, diese Patienten zielgerichtet und damit bestmöglich zu behandeln. Diese sollte am Anfang jeder Therapieentscheidung beim NSCLC stehen – so empfehlen es auch die aktuellen Leitlinien.2,3

Präzise weiter, auch nach Resektion

Auch in frühen Stadien  gewinnt die molekulare Testung an Relevanz und kann die Möglichkeit zielgerichteter, chemotherapiefreier adjuvanter Therapiekonzepte beim treiberalterierten NSCLC eröffnen. In den Leitlinien liegt hier im Moment der Fokus auf ALK und EGFR-Varianten. 2,3

Das wachsende Grundverständnis für die Vielfalt an onkogenen molekularen Veränderungen stellt aktuell folgende Alterationen als therapierelevant für das NSCLC in den Mittelpunkt:2,3

  • EGFR-Mutationen (Exon 18–21)
  • ALK-Fusionen
  • ROS1-Fusionen
  • BRAF-V600-Mutationen
  • KRAS-G12C-Mutationen
  • MET-Exon-14-Skipping-Mutationen
  • RET-Fusionen
  • NTRK-Fusionen
  • HER2-Mutationen

 

Bei Vorliegen einer therapierbaren molekularen Alteration ist eine zielgerichtete Therapie der Immuntherapie vorzuziehen. Diese Präzisionstherapien basieren auf small-molecule Präparaten; kleinen therapeutischen Molekülen, welche z. B. die krebstreibende Aktivität eines Enzyms inhibieren und damit das zelluläre Gleichgewicht rekonstituieren.9 Ein bedeutendes Beispiel für die Erfolge der Präzisionstherapien sind die TKI beim ALK+ NSCLC, welche mit jeder Entwicklungsstufe neue Möglichkeiten für das Langzeitüberleben von Patienten ermöglicht haben.2,3 Darüber hinaus zählen KRAS-Mutationen zu den häufigsten molekularen Veränderungen beim NSCLC; die Subgruppe KRAS G12C findet sich bei etwa 12–15 % der Patienten mit Adenokarzinom der Lunge.3,10 Auch hier sind beständige Fortschritte für die Präzisionstherapie zu erwarten.

 

Ein weiterer Vorteil von small molecules ist deren optimierte Gehirngängigkeit, wodurch sie vor allem auch den intrakraniellen Progress verzögern und die Patienten vor neurologischen Komorbiditäten bewahren können – insbesondere EGFR- und ALK-Inhibitoren der neuen Generationen liefern hier überzeugende Daten.2,3 Inwiefern jedes einzelne und besonders neue Präparate dieses Potenzial bergen, müssen die jeweiligen Zulassungsstudien abbilden.2,3

 

Erfahren Sie mehr über die intrakranielle Wirksamkeit bei ALK-Fusions-positivem NSCLC.

Präzisionstherapie in Stichworten

  • Behandlung auf individuelle molekulare onkogene Alterationen abgestimmt

  • Molekulare Testung als Grundlage für die Therapieentscheidung

  • Präzisionstherapie häufig mit guter Verträglichkeit, Langzeitüberleben und ZNS-Wirksamkeit verbunden      

Weitere Einordnungen von Experten und Erfahrungswerte aus der Praxis finden Sie hier.

  1. Zentrum für Krebsregisterdaten, Krebs in Deutschland 2021-2023. (zuletzt aufgerugen 01.07.2026).
  2. S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 5.0 , AWMF-Registernummer: 020/007OL, Stand: Juni 2026. (zuletzt aufgerufen 01.07.2026).
  3. Griesinger F et al. Onkopedia-Leitlinie Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC), Stand: April 2025.
  4. Frost N et al. Clin Lung Cancer 2020;21(6):e607-e621.
  5. Frost N et al. Clin Lung Cancer 2023;24(6):568-572.
  6. Uramoto H, Tanaka F. Transl Lung Cancer Res. 2014;3(4):242-249.
  7. Besse B et al. Ann Oncol 2014;25(8):1475-84.
  8. Tan AC et al. J Clin Oncol 2022; 40(6):611-625.
  9. Araghi M et al, Cancer Cell Int. 2023; 23:162.
  10. Hon Lim TK et al., Lung Cancer 2023; 184:107293.
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