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Krebsimmuntherapie

beim metastasierten NSCLC - genau hinsehen beim Lungenkrebs.

Tecentriq® NSCLC

Mit Atezolizumab bedürfnisorientiert behandeln - auch in komplexen Therapiesituationen

Krebsimmuntherapie: Genau hinsehen beim NSCLC
Anwendungsbereich Tecentriq®: Genau hinsehen beim NSCLC
  • Tecentriq® 1875 mg Injektionslösung
  • Tecentriq® 840 mg/1200 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Avastin® 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Pharmakovigilanz-Schulungsmaterial zu Tecentriq®
Therapieoptionen beim NSCLC im Überblick

Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) macht 80-85 % der Lungenkrebsfälle aus. 50 % der Lungentumore werden im Stadium IV, also mit Fernmetastasen, diagnostiziert.1 Liegen im metastasierten Stadium (mNSCLC) keine therapierbaren Treiberalterationen wie EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen vor, bietet die Krebsimmuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren hochwirksame Behandlungsoptionen.1-3
Die Monotherapie mit Tecentriq®  (Atzeolizumab) stellt dabei eine wirksame und sichere Option für ein breites Patientenspektrum dar: Sie kommt sowohl für Patienten mit hoher PD-L1-Expression auf Tumorzellen oder tumorinfiltrierenden Immunzellen als auch für Patienten, die für eine platinhaltige Chemotherapie nicht geeignet sind, in Frage.1-3 Für NSCLC-Patienten mit hoher Tumorlast, Lebermetastasen oder bei vorangegangenem EGFR-TKI-Versagen stehen klinisch etablierte, verträgliche Chemo-Immunkombinationen zur Verfügung.1-3 Marker wie TTF-1 sowie weitere Patientencharakteristika dienen des Weiteren der Stratifizierung für die bestmögliche patientenindividuelle Therapieentscheidung.1,2 Unter welchen Voraussetzungen kann ein Checkpoint-Inhibitor als Monotherapie eingesetzt werden und was gilt es bei Kombinationen mit Chemotherapien zu beachten?

Therapieoptionen beim NSCLC im Überblick

Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) macht 80-85 % der Lungenkrebsfälle aus. 50 % der Lungentumore werden im Stadium IV, also mit Fernmetastasen, diagnostiziert.1 Liegen im metastasierten Stadium (mNSCLC) keine therapierbaren Treiberalterationen wie EGFR-Mutationen oder ALK-Translokationen vor, bietet die Krebsimmuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren hochwirksame Behandlungsoptionen.

 

Die Monotherapie mit PD-L1-Checkpoint-Inhibitoren stellt dabei eine wirksame und sichere Option für ein breites Patientenspektrum dar: Sie kommt sowohl für Patienten mit hoher PD-L1-Expression auf Tumorzellen oder tumorinfiltrierenden Immunzellen als auch für Patienten, die für eine aggressive Chemotherapie nicht geeignet sind, in Frage.1,2 Für NSCLC-Patienten mit hoher Tumorlast, Lebermetastasen oder bei vorangegangenem EGFR-TKI-Versagen stehen klinisch etablierte, verträgliche Chemo-Immuntherapie-Regime zur Verfügung.1,2 Marker wie TTF-1 sowie weitere Patientencharakteristika dienen des Weiteren der Stratifizierung für die bestmögliche patientenindividuelle Therapieentscheidung.1 Unter welchen Voraussetzungen kann eine Mono-Immuntherapie eingesetzt werden und was gilt es bei Kombinationen mit Chemotherapien zu beachten?

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PD Dr. med. habil. Miriam Möller und Prof. Dr. med. Wolfgang Schütte vom Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau beleuchten in einer neuen Videoreihe aktuelle Studien und Therapieansätze für die Behandlung von Lungenkrebspatienten.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Atezolizumab in den verschiedenen Settings ist durch robuste Daten aus mehreren Phase-III-Studien belegt - sowohl im metastasierten Setting als auch in der adjuvanten Therapie nach Resektion bei operablem NSCLC.4-8

Dabei zeigt sich: Genau hinsehen lohnt sich! Individuelle Patientencharakteristika sind essenziell für die Therapieplanung.

Metastasiertes NSCLC
Monotherapie: Chemotherapie-freie Behandlungsoptionen

Für Patienten, die für eine platinhaltige Therapie nicht geeignet sind:

Unabhängig vom PD-L1-Status ist Tecentriq als einzige Monotherapie für Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand, hohem Alter und/oder Komorbiditäten zugelassen.1-3

Basis für die Zulassung ist die IPSOS-Studie: Im Vergleich zur Mono-Chemotherapie sank das Sterberisiko unter Atezolizumab um 22 % (HR: 0,78).4 Nach zwei Jahren lebten doppelt so viele Patienten wie unter der Mono-Chemotherapie (24,3 % vs. 12,4 %).Die Ansprechrate war im Tecentriq-Arm mehr als doppelt so hoch (16,9 % vs. 7,9 %) bei einer im Median fast doppelt so langen Ansprechdauer (14,0 vs. 7,8 Monate).4 Zudem traten Therapie-assoziierte Nebenwirkungen der Grade 3–4 nur halb so oft auf wie im Chemotherapie-Arm (33,3 % vs. 16,3 %).4

 

Weitere Erkenntnisse zu den Identifikationskriterien sowie der Versorgungssituation von Platin-ungeeigneten Patienten brachten eine retrospektive Analyse der IPSOS-Studie sowie die monozentrische Real-World-Analyse LEMONADE.9,10

Mod. nach 4

Patienten mit hoher PD-L1-Expression

Die Monotherapie mit Tecentriq ist zugelassen bei hoher PD-L1-Expression auf Tumorzellen (TC-Score ≥50 %) oder auf tumorinfiltrierenden Immunzellen (IC-Score ≥10 %, bei TC-Score <50 %), sofern keine ALK- oder EGFR-Alteration vorliegt.3

  • Raucher profitieren: Eine explorative Auswertung der IMpower110-Studie zeigt, dass gerade Raucher in besonderem Maße profitieren. Das mediane Gesamtüberleben (mOS) war unter Atezolizumab mehr als doppelt so lang (23,2 vs. 11,0 Monate) und auch das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) verlängerte sich deutlich (8,3 vs. 4,9 Monate).5
  • Relevanz des IC-Scores: Tecentriq ist die einzige Mono-Immuntherapie, die auch bei einem ausschließlich hohen IC-Score (≥10 %) zugelassen ist.3 Dies eröffnet mehr NSCLC-Patienten die Option einer Chemotherapie-freien Monotherapie.1-3
PD-L1-Status Bezeichnung Expression in %
Hohe Expression TC3 oder IC3 ≥50 % TC oder ≥10 % IC
Mittlere Expression TC2 oder IC2 5-49 % TC oder 5-9 % IC
Geringe Expression TC1 oder IC1 2-4 % TC oder IC
Jegliche Expression TC1/2/3 oder IC1/2/3 ≥1 % TC oder IC

Eine Analyse ergab für Patienten, die ausschließlich auf Immunzellen eine hohe PD-L1-Expression aufwiesen, ein um 8,4 Monate verlängertes mOS (16,5 vs. 8,1 Monate; HR: 0,59).11

mOS nach PD-L1-Status auf Tumor- und Immunzellen

Mod. nach 11

Der PD-L1-Inhibitor Tecentriq ist auch als subkutane Darreichungsform (Tecentriq® SC) verfügbar. Statt 30 bis 60 Minuten der i.v.-Gabe benötigt die Verabreichung von Tecentriq SC im Schnitt nur sieben Minuten. Tecentriq SC ermöglicht die subkutane Anwendung von Atezolizumab in allen zugelassenen Indikationen der intravenösen Form und hat sich als genauso wirksam und sicher erwiesen.12 Mehr

Chemo-Immuntherapie mit Tecentriq® patientenindividuell einsetzen

Für Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom ist der thyroidale Transkriptionsfaktor 1 (TTF-1) ein entscheidender Biomarker. Rund 20–25 % dieser Patienten sind TTF-1-negativ.13 Studien zeigen für diese Gruppe ein schlechteres Ansprechen unter Pemetrexed - und ein um 60 % höheres Sterberisiko (HR: 0,40).13 Die Onkopedia-Leitlinie empfiehlt daher, TTF-1-negative Patienten Pemetrexed-frei zu therapieren.1

Pemetrexed-freie Kombinationsregime mit Tecentriq®

Das Kombinationsregime von Tecentriq mit Bevacizumab (Avastin®)/Paclitaxel/Carboplatin (BPC) hat sich bei metastasiertem Nicht-Plattenepithelkarzinom als hochwirksam erwiesen, insbesondere bei komplexen Ausgangslagen wie Lebermetastasen, hoher Tumorlast oder nach Versagen eines EGFR-TKI.14-16

In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie IMpower150 konnte unter der Kombination mit Tecentriq das mediane Gesamtüberleben (mOS) in der ITT-Population um fast 5 Monate im Vergleich zu BPC allein verlängert werden (19,8 vs. 15 Monate; HR: 0,80).6 Aufgrund dieser Datenlage empfiehlt die Onkopedia-Leitlinie das IMpower150-Regime explizit für Patienten mit Lebermetastasen.1 Drei Subpopulationen profitierten in besonderem Maße und wiesen hohe Ansprechraten (ORR) sowie ein deutlich verbessertes mOS unter Hinzunahme von Tecentriq auf:

  • Lebermetastasen: ORR von 61 %14
  • EGFR-Mutation: ORR von 74 %15
  • Hohe Tumorlast: ORR von 57 bzw. 62 %16
mOS und ORR nach Subgruppen

Mod. nach 6, 14-16

Für Patienten mit metastasiertem Nicht-Plattenepithelkarzinom steht zudem die Chemo-Immunkombination aus Tecentriq mit nab-Paclitaxel/Carboplatin zur Verfügung. In der IMpower130-Studie verbesserte sich das mOS signifikant um 4,7 Monate (18,6 vs. 13,9 Monate; HR: 0,79) im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.7 Das Regime stellt gerade für ältere und komorbide Patienten durch das nab-Paclitaxel eine verträgliche Therapieoption dar, wenn eine Chemotherapie gewünscht ist.*,17-19 Atezolizumab plus nab-Paclitaxel und Carboplatin ist Nieren-schonender und erfordert keine initiale Steroidgabe.17-19

IMpower130: Gesamtüberleben in der WT-ITT-Population

Mod. nach 7

Resezierbares NSCLC: Tecentriq in der Adjuvanz

Über das metastasierte Setting hinaus ist Tecentriq auch als adjuvante Therapieoption für Patienten mit einem resezierbaren NSCLC (Stadium IB–IIIA) zugelassen.3,8 Basis hierfür ist die Phase-III-Studie IMpower010.8 Bei Patienten mit einem PD-L1-Status ≥ 50 % auf Tumorzellen konnte nach vollständiger Resektion und adjuvanter Platin-basierter Chemotherapie durch die anschließende Therapie mit Tecentriq das Risiko für ein Krankheitsrezidiv oder den Tod signifikant gesenkt werden.8,20

Die S3-Leitlinie empfiehlt den Einsatz von Tecentriq mit Empfehlungsgrad A nach R0-Resektion und Chemotherapie, sofern bei den Patienten keine EGFR- oder ALK-Alterationen vorliegen.2

Patienten mit PD-L1-Expression ≥ 50 %:

Signifikanter OS-Vorteil: Das Sterberisiko sank um 56 % (HR: 0,44).20 Nach fünf Jahren waren 20 % mehr Patienten im Tecentriq-Arm am Leben (82,1 % vs. 63,7 %). Der OS-Vorteil war über alle bedeutenden Subgruppen von PD-L1-hochexprimierenden Patienten – wie Stadium (II und IIIA) und Status des Lymphknotenbefalls – hinweg zu beobachten.21

Atezolizumab vs. BSC: Gesamtüberleben (OS) bei Patient:innen mit operablem NSCLC und PD-L1 ≥ 50 % | Roche Fachportal

Mod. nach 20

Rezidivrisiko halbiert: Das Risiko für ein Rezidiv, neu aufgetretenes NSCLC oder Tod verringerte sich um 51 % (stratifizierte HR: 0,49). Patienten mit BSC blieben median 42,9 Monate krankheitsfrei, während im Tecentriq-Arm das mediane DFS noch nicht erreicht wurde. Auch der DFS-Vorteil konnte über alle relevanten Subgruppen hinweg gezeigt werden.8,20

Patienten mit PD-L1 ≥ 1 %:

Auch in dieser Subgruppe reduzierte Atezolizumab das Sterberisiko klinisch bedeutsam um 23 % (HR: 0,77) sowie das Risiko für ein DFS-Ereignis um 30 % (stratifizierte HR: 0,70).20

*basierend auf Erfahrungen mit dem Chemotherapie-Backbone nab-Paclitaxel/Platin, das sich aufgrund seines Verträglichkeitsprofils, flexibler Therapiesteuerung durch wöchentliche Gabe und der hepatischen Elimination von nab-Paclitaxel besonders für ältere, komorbide Patienten bzw. Patienten mit Nierenfunktionsstörung eignet.17-19 Diese Patientengruppen wurden in der IMpower130-Studie nicht gesondert betrachtet bzw. ausgewertet.

  1. Griesinger F et al. Onkopedia-Leitlinie Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC), Stand: April 2025.
  2. S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 5.0, AWMF-Registernummer: 020/007OL, Stand: Juni 2026.
  3. Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand.
  4. Lee SM et al. Lancet 2023;402(10400):451-463.
  5. Herbst RS et al. N Engl J Med 2020;383(14):1328-39.
  6. Socinski MA et al. N Engl J Med 2018;378(24): 2288–2301.
  7. West H et al. Lancet 2019;20(7):924–937.
  8. Felip E et al. Lancet 2021;398(10308):1344-1357.
  9. Peters S et al. J Thorac Oncol 2025: S1556-0864(25)00938-4.
  10. Christopoulos P et al. medRxiv (2026) [Preprint]. https://doi.org/10.64898/2026.02.02.26345340.
  11. Herbst RS et al. N Engl J Med 2021; 384:583–585.
  12. Burotto M et al., Ann Oncol 2023: 34(8):693-702.
  13. Frost N et al. Clin Lung Cancer 2020;21(6):e607–e621.
  14. Reck M et al. Lancet Respir Med 2019;7(5):387–401.
  15. Reck M et al. Ann Oncol 2020; 31: Supplement 4:S837-S838.
  16. Jotte R et al. J Clin Oncol 2020;38, e21637.
  17. Langer CJ et al. Clin Lung Cancer 2015;16(2):112–120.
  18. Socinski MA et al. J Clin Oncol 2012;30(17): 2055–2062.
  19. Socinski MA et al. Ann Oncol 2013;24(2):314–321.
  20. West H et al. Lancet 2019;20(7):924–937.
  21. Felip E. ELCC 2022, Oral Presentation, Abstract 80O.
  1. Griesinger F et al. Onkopedia-Leitlinie "Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)", Stand: April 2025.
  2. S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 5.0, AWMF-Registernummer: 020-007OL, Stand: Juni 2026.
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