Entdecken Sie weitere exklusive Vorteile mit dem Fachportal
Entdecken Sie weitere exklusive Vorteile mit dem Fachportal
Bei Frauen mit Multipler Sklerose (MS) sind die Themen Schwangerschaft und Kinderwunsch noch mit zahlreichen Unsicherheiten und Ängsten behaftet. Beim Spotlight Neurologie im Juli 2023 in Frankfurt sprach Dr. Daniela Rau, Nervenfachärztliche Gemeinschaftspraxis Ulm, über ihre Erfahrungen aus dem klinischen Alltag, gab Tipps zum Umgang mit MS-Patient:innen mit Kinderwunsch, beleuchtete wichtige Aspekte der Beratung und Therapiewahl und stellte ein Fallbeispiel aus der eigenen Praxis vor.
Medizinische Anfrage
Sie haben eine medizinische oder pharmazeutische Anfrage zu unseren Arzneimitteln oder klinischen Studien? Kontaktieren Sie uns unter grenzach.medical_information@roche.com oder per Telefon +49 7624 / 14 2015 (Mo-Fr 8-18 Uhr).
Trotz der therapeutischen Fortschritte der letzten Jahre ist die Gesamtsituation von MS-Patientinnen mit Kinderwunsch häufig von Ängsten geprägt2:
Oftmals fühlen sich Betroffene (und auch ihre Partner) vulnerabel, zu wenig informiert und von ihren behandelnden Ärzt:innen alleingelassen.2
In diesem Kontext ist die beratende Rolle von Neurolog:innen essenziell, betonte Dr. Rau.
Vor Beginn einer MS-Therapie sollten Frauen einen Schwangerschaftstest machen. Aus eigener Erfahrung riet Dr. Rau Kolleg:innen, diesen direkt vor Ort in der Praxis machen zu lassen, um „unliebsamen Überraschungen“ vorzubeugen. Da das Applikationsintervall der jeweiligen MS-Therapie berücksichtigt werden muss, sollten Patientinnen – gemeinsam mit ihren Partnern – über die notwendige Verhütung während der Therapie aufgeklärt werden. Auch Zyklus-Unregelmäßigkeiten sind nach Therapiestart möglich. „Die Patientinnen verknüpfen diese aber nicht unbedingt mit der MS-Therapie, gezieltes Nachfragen ist daher wichtig“, weiß Dr. Rau.
Besteht ein Kinderwunsch, sollte eine Schwangerschaft idealerweise gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen geplant werden. Der MS-Verlauf sollte zum Schwangerschaftszeitpunkt seit möglichst 1-2 Jahren stabil sein.
Als zentrale Vertrauensperson können Neurolog:innen durch die Vermittlung positiver Botschaften und Aufklärung dabei helfen viele der oben genannten Ängste beizulegen – und Paare somit dabei unterstützen, sich für die Elternschaft zu entscheiden.1
Frauen sollten nach dem Praxisbesuch mit dem Gefühl heimgehen ‚Ich kann und darf schwanger werden‘.
Dr. Daniela Rau
„Frauen sollten nach dem Praxisbesuch mit dem Gefühl heimgehen ‚Ich kann und darf schwanger werden‘“
Dr. Daniela Rau
Die Therapiewahl sollte in Abhängigkeit von MS-Krankheitsverlauf und -aktivität erfolgen. „Suchen Sie sich eine:n gynäkologische:n Kolleg:in, um gemeinsam in interdisziplinären Fortbildungen Ihre MS-Patientinnen mit Kinderwunsch besprechen zu können,“ empfahl Dr. Rau.
Im Gespräch mit den Patientinnen ist dabei die offene Aufklärung über passende Therapieoptionen mit Blick auf den Kinderwunsch unerlässlich.
Im folgenden Textabschnitt geht es um den Off-Label-Use von MS-Therapien, da die überwiegende Mehrzahl verlaufsmodifizierender Therapien (disease modifying therapies, DMT) derzeit nicht für die Verwendung während der Schwangerschaft bzw. Stillzeit zugelassen ist.3 Die aufgeführten Beispiele spiegeln die reale Therapie und Meinung der hier genannten Ärztin wider, basierend auf ihrer klinischen Erfahrung. Dies stellt keine Therapieempfehlung oder Diagnosehilfe seitens der Roche Pharma AG dar. Therapie und Therapieentscheidung liegen stets in der Verantwortung der behandelnden Ärzt:innen.
Gemäß §10 HWG sind die weiteren Inhalte nur für medizinische Fachkreise bestimmt.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich um den vollständigen Artikel zu lesen.
Sie haben bereits ein Konto? Anmelden >
Patientin: 32 Jahre, Biologin, lebt in einer Partnerschaft
Erstdiagnose |
RMS 04/2023 |
Erstmanifestation |
Sensomotorische Parese, rechte untere Extremität, Kraftgrad 4/5, geringe Urge-Inkontinenz |
Bildgebung |
cMRT: geringe Läsionslast (5 Läsionen, 1 davon pontin, kein Gd+) Spinales MRT: Läsion HWK 2/3 Gd+, Läsion HWK7 |
Lumbalpunktion |
Oliklonale Banden positiv, MR-Reaktion positiv |
Akuttherapie |
1 Zyklus Urbason 1g i.v. 5 Tage 1 Zyklus Urbason 2g i.v. 5 Tage |
Erstvorstellung |
06/23 |
Klinik |
Latente Vorfußheberparese rechts im Fersengang |
Die derzeitigen Empfehlungen der US Food and Drug Administration (FDA) und der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) für Schwangere und Stillende sind restriktiv und konservativ, was zu einer Untertherapie der MS führen kann.6 Insbesondere in Fällen, in denen bis zur Empfängnis Monate oder sogar Jahre vergehen, bleiben Patientinnen so lange Zeit „ungeschützt“.6
“Im vorliegenden Fall einer hochaktiven MS ist eine Therapie trotz Kinderwunsch unumgänglich“, betonte Dr. Rau.
„Das Absetzen der Therapie vor einer Schwangerschaft kann den MS-Verlauf verschlechtern und zur Behinderungsprogression beitragen. Daher muss bei der Wahl der Therapie bereits von Anfang an eine mögliche Schwangerschaft und damit einhergehende Patientinnenwünsche mitgedacht werden.“
Generell empfiehlt sie nach der Geburt engmaschige Kontrollen alle 4 Wochen – bei Mutter und Kind. „So ist man auf der sicheren Seite,“ rät Dr. Rau.
Dr. Daniela Rau
* ggf. Off-Label-Use
1. Graham E et al., ECTRIMS 2022; P479
2. Dobson R et al., ECTRIMS 2022; P077
3. Alonso R et al., Mult Scler J Exp Transl Clin 2021; 7 (2): 20552173211025312
1. Graham E et al., ECTRIMS 2022; P479
2. Dobson R et al., ECTRIMS 2022; P077
3. Alonso R et al., Mult Scler J Exp Transl Clin 2021; 7 (2): 20552173211025312
4. Fachinformation Ocrevus® s.c. 920 mg
5.Fachinformation Ocrevus® i.v. 300 mg
6. Gklinos P, Dobson R. Pharmaceuticals (Basel) 2023; 16 (5): 770
7. Hellwig K et al., JAMA Netw Open 2022; 5 (1): e2144750
8. Yeh WZ et al., Neurology 2021; 96 (24): e2989-e3002
9. Hellwig K et al., ACTRIMS 2025; P101 + Suppl
Melden Sie sich jetzt an, um Lesezeichen zu speichern. Profitieren Sie von exklusiven Inhalten, die speziell für Healthcare Professionals konzipiert wurden.