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SCLC

Personalisierte Medizin beim kleinzelligen Lungenkarzinom

ES-SCLC-Navigator für die klinische Praxis

Der Alltag beim fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkarzinom (ES-SCLC) ist sehr komplex – die Informationsbeschaffung sollte es da nicht auch noch sein: Dieser ES-SCLC-Navigator liefert kompakte, praxisnahe und evidenzbasierte Antworten auf die häufigsten Fragen zu Therapie, Diagnostik und Behandlungsverlauf – sofort für Ihre Praxis nutzbar.

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Die Standard-Erstlinientherapie beim ES-SCLC ist die platinbasierte Chemo-Immuntherapie:1,2  Kombinationstherapie in der Induktionsphase (4 Zyklen) und anschließende Immuntherapie in der Erhaltungsphase. Zur Verfügung stehende Chemo-Immuntherapien basieren auf Kombinationen mit PD-L1- oder PD-1-Inhibitoren.3-7

Die Therapieentscheidung richtet sich nach dem Allgemeinzustand der Patienten und muss individuell getroffen werden.1,2 Die Chemo-Immuntherapie ist bei gutem Allgemeinzustand empfohlen (ECOG 0–1); bei ECOG ≥2 ist eine reduzierte oder rein symptomorientierte Therapie zu erwägen.1,2

Bei gutem Allgemeinzustand zeigt sich die Chemo-Immuntherapie der alleinigen Chemotherapie überlegen.3,5-7 Es liegt kein belegbarer Effizienzunterschied zwischen den Platinderivaten vor; Carboplatin weist jedoch ein günstigeres Nebenwirkungsprofil auf.1,2

Trotz hoher Ansprechraten in der Induktionsphase, erreichen nur etwa 40 % der ES-SCLC-Patienten die Zweitlinie.3,5-8 Zur Optimierung des initialen Therapieerfolgs liegen bisher keine aussagekräftigen Kriterien oder Biomarker vor; bei gutem Allgemeinzustand kann eine Intensivierung der Erhaltungstherapie erwogen werden.1,9

Beim Progress bestehen verschiedene Therapieoptionen: Entweder kann die Erhaltungstherapie nach Ermessen fortgesetzt werden oder es kommen spätere Therapielinien zum Einsatz.1,2,4 Dort stehen zusätzliche Chemotherapieoptionen zur Verfügung und bi-spezifische Antikörper in Aussicht.1,2

Ein relevanter Anteil der ES-SCLC-Patienten entwickelt im Krankheitsverlauf  ZNS-Metastasen.9 Die Chemo-Immuntherapie kann hier eine geeignete Strategie sein und sich zum Beispiel positiv auf den intrakraniellen Progress auswirken. Details zu den betrachteten Patientengruppen (asymptomatische/symptomatische Metastasen; mit oder ohne Therapie) sind den jeweiligen Einschlusskriterien der Zulassungsstudien zu entnehmen und unterscheiden sich für die Immuntherapien.3,5-7

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Vorteile von Atezolizumab bei Hirnmetastasen.  

In der Zulassungsstudie IMpower133 zeigte sich unter Tecentriq eine grundsätzliche Verzögerung des intrakraniellen Progress um 34 % auf 20,2 Monate gegenüber 10,5 Monaten unter alleiniger Chemotherapie (HR: 0,66; 95%-KI: 0,44–1,00; p = 0,046).3,11 Innerhalb der Patientengruppe mit Hirnmetastasen wirkte sich eine prophylaktische Hirnbestrahlung vorteilig aus (HR = 0,72; 95%-KI: 0,48–1,09; p = 0,12).11 

Geht’s auch flexibler? Therapieflexibilität und lange Intervalle mit Atezolizumab.  

Atezolizumab bietet viel Flexibilität für Sie und Ihre Patienten, so kann das Therapieschema für die Erhaltungsphase im q2w, q3w oder q4w-Rhythmus   

durchgeführt werden und ermöglicht lange Therapieintervalle.4  Zusätzlich bietet sich die Chance Atezolizumab subkutan zu verabreichen – das bringt Zeitersparnis und wird auch von den Patienten als weniger belastend empfunden.12-16 Zudem kann die Gabe von Atezolizumab tageszeituabhängig erfolgen.17  

Umfassende klinische Evidenz zu Atezolizumab.


Die Kombination aus Atezolizumab plus Carboplatin/Etoposid (CE) stellt mittlerweile einen Therapie- und Vergleichsstandard für die ES-SCLC-Erstlinie dar. Initial zeigte die IMpower133 einen klinisch-signifikanten Vorteil dieses Therapieregimes in der Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens (mOS) auf 12,3 Monate gegenüber 10,3 Monaten unter alleiniger Chemotherapie.1  Seitdem diente Atezolizumab plus CE in weiteren klinischen Phase-III-Studien als Kontrollarm, mit konsitenten Daten zur Therapie.3,8,17

Real-World-Evidenzen zu Atezolizumab.  

Evidenzen aus klinischen Studien bilden eine wichtige Grundlage für den Versorgungsalltag – letztlich zeigen aber Real-World-Daten (RWD) ob der beobachtete Therapievorteil bei dem diversen Patientenkollektiv des ES-SCLC ankommt. Zu Atezolizumab liegen bisweilen mehr als 25 RWD-Studien vor und umfassen monozentrische sowie globale Daten – alle unterstreichen die Relevanz und Sicherheit von Atezolizumab im Versorgungsalltag.18-41 Belastbare Unterschiede hinsichtlich der Therapieeffizienz von PD-L1-Inhibitoren liegen nicht vor.   

Fazit

Die Chemo-Immuntherapie ist nicht nur der Standard in der Erstlinie beim ES-SCLC, sondern tatsächlich eine gute Wahl, mit vielen Optionen für eine patientenorientierte und effektive Therapiestrategie. 

  1. Griesinger F et al. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Onkopedia Leitlinie. Stand: April 2025. 
  2. S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, Langversion 4.0, AWMF-Registernummer: 020-007OL, Stand: April 2025.
  3. Horn L et al. N Engl J Med 2018; 379 (23): 2220 – 2229.
  4. Fachinformation Tecentriq®. Aktueller Stand.
  5. Paz-Ares L et al., The Lancet, Volume 394, Issue 10212, 1929 – 1939.  
  6. Cheng Y et al., Journal of Thoracic Oncology 2024, Volume 19, Issue 7, 1073 – 1085.
  7. Cheng Y et al., JAMA. 2022 Sep 27;328(12):1223-1232.  
  8. Paz-Ares L et al. Clin Lung Cancer 2025; 26(3): 168-178.  
  9. Paz-Ares et al. Lancet 2025; 405(10495):219-2143.  
  10. Rudin CM et al. Nature Reviews, Disease Primers, 2021;7:3.  
  11. Higgins KA et al. ASTRO 2020, Oral presentation.  
  12. Burotto M et al. ESMO 2023, Poster 1447P.  
  13. Burotto M et al. J Thorac Oncol 2024;19:1460–1466.  
  14. Cappuzzo F et al. JTO Clin Res Rep 2025;6:100815.  
  15. Majem M et al. Oncol Ther 2025. Online ahead of print.  
  16. Fachinformation Tecentriq SC. Aktueller Stand.   
  17. Peters et. al., ELCC 2026, LBA2.
  18.  Sands J et al. JCO 2022; 40: TPS8606 - TPS8606
  19. Sebastian M et al. ESMO Kongress; 09 ‑ 13 September 2022, Paris, Poster 1542P.
  20. Jourdain H et al. The Lancet Regional Health – Europe. 2025; 59: 101484.
  21. Falchero L et al. Journal of Thoracic Oncology. 2025; 20(3): S192 – S193.
  22. Ezzedine R et al. Cancers (Basel). 2023; 15(18): 4593.
  23. Moliner L et al. ESMO 2022, Poster and Abstract 1541P.
  24. Bonanno L et al. Front Immunol. 2024; 15:1353889.
  25. Bria E et al. THE ONCOLOGIST. 2024.
  26. Musicco F et al. J Oncol Pharm Pract. 2025; 31(3): 430 – 437.
  27. Pagliaro R et al. Cancers 2025: 3298.
  28. Nadler ES et al. ASCO 2021, Poster and Abstract 8561.
  29. Vince M et al. Lung Cancer 2024: 107999.
  30. Lee S et al. Cancer Immunol Immunother. 2022; 71(5): 1093 – 1101.
  31. Kim SH. Korean J Intern Med. 2023; 38(2): 218–225.
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  34. Masubuchi K. Thorac Cancer. 2022; 13(19): 2776 - 2785.
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  39. Zellweger NM et al. ESMO 2022, Poster and Abstract 1540P. 
  40. García CR et al. ESMO 2022, Poster and Abstract 1531P.
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  1. Griesinger F et al. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Onkopedia Leitlinie. Stand: April 2025. 
  2. S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, Langversion 4.0, AWMF-Registernummer: 020-007OL, Stand: April 2025.
  3. Horn L et al. N Engl J Med 2018; 379 (23): 2220 – 2229.
  4. Fachinformation Tecentriq®. Aktueller Stand.
  5. Paz-Ares L et al., The Lancet, Volume 394, Issue 10212, 1929 – 1939.  
  6. Cheng Y et al., Journal of Thoracic Oncology 2024, Volume 19, Issue 7, 1073 – 1085.
  7. Cheng Y et al., JAMA. 2022 Sep 27;328(12):1223-1232.  
  8. Paz-Ares L et al. Clin Lung Cancer 2025; 26(3): 168-178.  
  9. Paz-Ares et al. Lancet 2025; 405(10495):219-2143.  
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