Onkologe Overseas
Onkologie-Podcast aus Chicago
29. Mai – 2. Juni 2026
4. Tag – 1. Juni 2026
Harald Müller-Huesmann spricht mit Claas Wesseler über die wichtigsten Neuigkeiten zum Lungenkarzinom. Im Fokus stehen Langzeitüberleben unter zielgerichteten Therapien, neue molekulare Behandlungsansätze und die Frage, wie ctDNA die Thoraxonkologie künftig verändern könnte.
Welche Entwicklungen prägen die Thoraxonkologie beim Amerikanischen Krebskongress 2026? Harald Müller-Huesmann und Claas Wesseler ordnen neue Daten zum nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom ein. Ein Schwerpunkt sind die 7-Jahres-Daten der CROWN-Studie: Beim fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC ist das mediane progressionsfreie Überleben unter Lorlatinib weiterhin nicht erreicht – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie zielgerichtete Therapien das metastasierte Lungenkarzinom in Richtung chronischer Erkrankung verschieben können.
Im frühen Setting rückt die adjuvante RET-Inhibition in den Fokus: LIBRETTO-432 prüft Selpercatinib bei RET-fusionspositivem NSCLC im Stadium IB–IIIA und zeigte einen deutlichen Vorteil im ereignisfreien Überleben.
Weitere Themen sind HARMONi-6 mit Ivonescimab plus Chemotherapie beim unbehandelten fortgeschrittenen Plattenepithel-NSCLC sowie Krascendo-170 mit Divarasib plus Pembrolizumab beim KRAS-G12C-mutierten NSCLC. Beide Ansätze zeigen, wohin sich die Erstlinientherapie künftig entwickeln könnte – müssen aber hinsichtlich Population, Toxizität und Übertragbarkeit weiter eingeordnet werden.
Abschließend diskutieren die Gesprächspartner die Rolle von ctDNA und Liquid Biopsy. Diese könnten künftig helfen, Therapieansprechen früher zu erfassen und Behandlungen gezielter zu eskalieren oder zu deeskalieren. Für den Routineeinsatz in der Deeskalation sind jedoch weitere Validierung und robuste Studiendaten erforderlich.
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